Veranstaltungen
 

Literatur im Folkwang, Winter / Frühjahr 2012

Museum Folkwang
Charlotte Mutsaers

KUTSCHER HERBST
Charlotte Mutsaers liest aus ihrem Roman
Moderation: Norbert Wehr

An einem schönen Frühlingstag findet Maurice Maillot in einem Amsterdamer Park ein Handy mit einem Zebrafelletui. Es klingelt nicht, es miaut. Ein Wink des Schicksals, denkt der einsame Spaziergänger, der jüngst seine Katze verloren hat. Die Besitzerin des Ladyphones muß seine Geliebte werden! Er fleht zum Nokia-Boss (Connect people!), daß die Verbindung gelingen möge. Tatsächlich findet sich auf dem fremden Handy eine Verabredung zum Kaffee im Krasnapolski. Maurice pirscht sich an und wird von der Fremden aufs vertraulichste begrüßt. Hat sie das Handy etwa als Köder ausgelegt und ihn, den bekannten Schriftsteller, erwartet? Und wer ist sie? Do - eine Meisterin des Sicht-Enthüllens und Verbergens - ist Vegetarierin und hat sich mit Leib und Seele dem Tierschutz verschrieben. Mit dieser Begegnung beginnt für Maurice eine herrlich verrückte Liebesgeschichte, bei der alles anders läuft, als er zunächst glaubt.
   Roman Bucheli in der Neuen Zürcher Zeitung: "Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Charlotte Roche verblaßt im Vergleich damit zur lammfrommen Pfarrerstochter und ein Hardcore-Porno zur seichten Seifenoper." lesen ...
   Charlotte Mutsaers, geb. 1942 in Utrecht, lebt in Amsterdam und Oostende / Belgien. Schriftstellerin und bildende Künstlerin. Buchveröffentlichungen in deutscher Übersetzung: Rachels Röckchen (1997), Kirschenblut (2001), Kutscher Herbst (2011).

Freitag, 24. Februar 2012, 20.00 Uhr
Museum Folkwang, Gartensaal

Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Proust
und dem Museum Folkwang

Gefördert von der Alfred und Cläre Pott-Stiftung
und dem Nederlands Letterenfonds

Esther Kinsky

AUFBRUCH NACH PATAGONIEN
Esther Kinsky liest neue Gedichte und Prosa
Moderation: Norbert Wehr

In Aufbruch nach Patagonien, ihrem zweiten Gedichtband nach die ungerührte schrift des jahrs (2010), führt Esther Kinsky ihre lyrische Erkundung des Lebens fort und erweitert den Kosmos ihrer Bilderwelt - Natur, Landschaft, Jahreszeiten - um Themen, die sie weit über ihr bisheriges Zentrum Mitteleuropa hinausführen. Mit leisem und wissendem Humor bricht sie auf nach Patagonien, ein Land der Sehnsüchte und Träume, folgt den Flügen der schwarzen Raben ...
   Esther Kinsky, geb. 1956 in Bad Godesberg, lebt, nach Stationen in London und Budapest, heute in Battonya / Ungarn, nahe der Grenze zu Rumänien und Serbien, und in Berlin. Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Polnischen. Buchveröffentlichungen, u.a.: Sommerfrische (2009), die ungerührte schrift des jahrs (2010), Banatsko (2011), Aufbruch nach Patagonien (2012). Siehe auch ihre Reiseerzählung "21 Grad Blau. Mein Balkan" in Schreibheft 75.

Freitag, 20. April 2012, 20.00 Uhr
Museum Folkwang, Gartensaal

Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Proust
und dem Museum Folkwang

Gefördert von der Alfred und Cläre Pott-Stiftung

Friedhelm Rathjen

EIN PORTRÄT DES KÜNSTLERS
ALS JUNGER MANN
Friedhelm Rathjen im Gespräch
über seine Neu-Übersetzung des Romans
von James Joyce
Moderation: Norbert Wehr

Mit dieser in Dublin spielenden, autobiographisch gefärbten Coming-of-Age-Geschichte schrieb sich James Joyce in die Weltliteratur ein. Thematisch steckt in diesem aufsehenerregenden Roman schon ein Großteil dessen, was ihn ausmacht: Kunst, Sex, Religion, Rebellion und all die damit einhergehenden Verwicklungen.
   Ein Junge macht sich auf die Suche nach sich selbst. Anfangs noch ganz im Bannkreis von Konventionen und Autoritäten, entdeckt er nach und nach seine geistigen Fähigkeiten, seine zwiespältige Gefühlswelt und seine Sexualität. Die Hürden seiner Selbstfindung sind vielfältig, muß er sich doch als angehender Künstler von Übervätern emanzipieren. Auch mit der puritanischen Rolle der katholischen Kirche setzt er sich auseinander. Zwischen Moral und Amoral, Anpassung und Auflehnung entwickelt er schließlich den Mut, eigene Wege zu beschreiten ...
   Friedhelm Rathjen, geb. 1958 in Westerholz bei Scheeßel, lebt in Emmelsbüll-Horsbüll. Übersetzer (z.B. von Herman Melvilles Moby-Dick) und Literaturkritiker; durch zahlreiche Beiträge ausgewiesener Kenner der Werke von James Joyce, Samuel Beckett und Arno Schmidt.

Freitag, 25. Mai 2012, 20.00 Uhr
Museum Folkwang, Gartensaal

Schreibheft, Zeitschrift für Literatur
in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Proust
und dem Museum Folkwang

Gefördert von der Alfred und Cläre Pott-Stiftung

Das bisherige Programm

Brigitte Kronauer, Ralph Thenior, Ingomar von Kieseritzky, Christof Wackernagel, Raymond Federman, Jürg Laederach, Christoph Ransmayr, Oskar Pastior, Urs Widmer, Wilhelm Genazino, John Hawkes, Eckhard Henscheid, Jacques Roubaud, Cees Nooteboom, Günter Grass, Norbert Wehr / Hermann Wallmann, Uli Becker, Gerhard Rühm, Adolf Endler, Klaus Modick, Friederike Mayröcker, Bodo Hell, Michael Krüger, Urs Allemann, Wilhelm Genazino, Jörg Drews, Arno Schmidt / Jan-Philipp Reemtsma / Joachim Kersten / Bernd Rauschenbach, Mircea Dinescu, Hartmut Geerken, Harry Mathews, Thomas Kling, James Joyce / Dieter H. Stündel, Tilman Spengler, Ror Wolf, Peter Rühmkorf, Bernd Papenfuß / Sascha Anderson, Durs Grünbein, Paul Auster, Dmitrij A. Prigov, Vladimir Sorokin, Gennadij Ajgi, Don DeLillo, Lev Rubinstein, Anselm Glück, Manfred Peter Hein, Thomas Hettche, Siri Hustvedt, Jiri Gruša, Marcel Beyer, Wolfgang Hilbig, Arno Schmidt / Jan-Philipp Reemtsma / Joachim Kersten / Bernd Rauschenbach, Peter Bichsel, Jan Faktor, Kurt Schwitters / Bernd Rauschenbach, Oskar Pastior, Bora Cosic, Robert Coover, Isaak Babel / Peter Urban, Reinhard Lettau, Margrit de Moor, Dzevad Karahasan, Ivan Wernisch / Peter Urban, Viktor Jerofejew, Joachim Sartorius, Jacques Roubaud & Schuldt, Burkhard Spinnen, Franzobel, Thomas Gruber, Imre Kertész, Amanda Aizpuriete, Peter Handke, A.F.Th. van der Heijden, Libuse Moniková, Vladimir Arsenijevic, Franz Kafka / Hanns Zischler, Barbara Nüsse, Barbara Köhler, Alexandru Vona, Raoul Schrott, Alexander Tišma, Inger Christensen, Martin R. Dean, Charlotte Mutsaers, Mircea Cartarescu, Brigitte Oleschinski, Hans-Joachim Schädlich, Hans-Ulrich Treichel, Imre Kertész, Sibylle Lewitscharoff, Günter Ohnemus, Thomas Meinecke, Wenedikt Jerofejew / Harry Rowohlt / Die Tresenleser, William Gaddis / Marcus Ingendaay, Jörg Uwe Sauer, Gustave Flaubert - Guy de Maupassant / Joachim Kersten / Gerd Haffmans, Felicitas Hoppe, Alexander Puškin / Peter Urban, László Krasznahorkai, Jan Kjærstad, Thomas Kapielski, Inka Parei, Norbert Hummelt, Reinhard Jirgl, Dzevad Karahasan, Wladimir Majakowski / Alexander Nitzberg, James Hamilton-Paterson, Anna Bolecka, Birgit Kempker, Barbara Bongartz, Herta Müller, Barbara Honigmann, Robert Walser / Bernhard Echte, Jörg-Uwe Sauer, Volker Braun, Christoph Peters, Thomas Hettche, Peter Esterhazy, Alban-Nikolai Herbst, Arno Schmidt / Joachim Kersten / Bernd Rauschenbach, Ulrike Draesner, Sascha Anderson, Michael Lentz, Ulrich Peltzer, Dieter M. Gräf, Arnold Stadler, Alina Vituchnovskaja, Ismail Kadaré, Paulus Böhmer, Patricia Highsmith / Paul Ingendaay, A.F.Th. van der Heijden, Louis-Ferdinand Céline / Hinrich Schmidt-Henkel, Wilhelm Genazino, Norbert Gstrein, Fernando Pessoa / Peter Hamm, Lutz Seiler, Robert Musil / Karl Corino, Peter Kurzeck, Georg Klein, Anton Cechov / Peter Urban, Richard Wagner, Olga Tokarczuk, Bora Cosic, Ralf Rothmann, Nicolas Born / Katharina Born, Einar Schleef / Hans-Ulrich Müller-Schwefe, Marion Poschmann, Uwe Tellkamp, Yoko Tawada, Jurij Andruchowytsch, Attila Bartis, Guy Helminger, Daniil Charms / Gudrun Lehmann, Daniel Kehlmann, Mirko Bonné, Paul Ingendaay, Martin Pollack / Pawel Smolenski, Katharina Hacker, Wolfgang Welt, Thomas Glavinic, Felicitas Hoppe, Sasa Stanisic, Hans-Ulrich Treichel, Navid Kermani, Antje Rávic Strubel, Anselm Glück, Ivana Sajko, László Darvasi, Stefan George / Thomas Karlauf, Oswald Egger, Annette Pehnt, Ulrich Peltzer, Jenny Erpenbeck, Michael Roes, Marcel Beyer, Ulf Stolterfoht ... Norbert Wehr: Rede im Grillo-Theater, 2008
   Terézia Mora, Walt Whitman / Jürgen Brocan, Herta Müller

LITERATUR IM FOLKWANG, seit 2010
   Peter Kurzeck, Barbara Bongartz, Oswald Egger, Inger Christensen / Hanns Grössel, Michael Lentz, Hans-Joachim Schädlich, Alan Pauls, Arno Schmidt / Susanne Fischer / Friedrich Forssmann / Joachim Kersten / Bernd Rauschenbach, Thomas Lehr, Die Rottenkinckschow, Oskar Pastior / Ernest Wichner / Urs Allemann, Wolf Wondratschek, Franz Kafka / Rainer Stach, Szuzsa Bánk, Aris Fioretos, Jochen Gerz, Die Isländersagas / Andreas Vollmer / Tina Flecken, Erich Mühsam / Chris Hirte, Norbert Scheuer, Jan-Peter Bremer

Weitere Veranstaltungen in der nächsten Zeit:


ALS DIE BÜCHER NOCH GEHOLFEN HABEN
Friedrich Christian Delius über seine biografischen Skizzen
Moderation: Norbert Wehr
Buchhandlung Müller & Böhm, 27. März 2012, 20.00 Uhr


ARCHIVARBEIT MIT FALLBEISPIELEN - THOMAS KLING
Marcel Beyer, Ulrike Janssen und Norbert Wehr
über Texte und O-Töne aus dem Nachlaß von Thomas Kling
Literaturhaus Stuttgart, 12. Juni 2012, 20.00 Uhr

„Es geht darum, daß die alten Wortschichten untereinander zum Glimmen gebracht werden. Und dieser Brennsatz (...), dieses Aufglühen und Aufglimmen gibt einem die Möglichkeit, daß man in den Berg hineinschauen kann.“
   So beschrieb Thomas Kling im Gespräch mit Hans Jürgen Balmes 2004 die mögliche Leistung der Dichtung. Ein halbes Jahr später starb er, nicht ganz 48jährig, der vielleicht wichtigste Dichter seiner Generation.
   Mit furiosen Auftritten war er Ende der 70er Jahre angetreten gegen die Innerlichkeit der Neuen Subjektivisten, verstand sich als „Sprachinstallateur“ und „Archivarbeiter“, als Archäologe und Historiker, der die sezierende Wahrnehmung der Gegenwart verband mit der Arbeit am Archiv der Überlieferungen, dessen 'ruhendes Material' zum Glühen gebracht werden müsse.
   Ruhendes Material ist bislang auch der umfangreiche Nachlaß des Dichters, der auf der Raketenstation in Hombroich lagert, wo Thomas Kling zuletzt gelebt hat. Unter dem Titel „Das brennende Archiv“ hat Norbert Wehr im Schreibheft 76 zusammen mit Ute Langanky eine kleine Auswahl aus dem Nachlaß zusammengestellt – unveröffentlichte Gedichte, Briefe, Handschriften, Fotos –, die Einblick gibt in die Arbeitsweise des Dichters, in die Lebendigkeit seines Werks.
   Zusammen mit Ulrike Janssen hat Norbert Wehr dem Nachlaß Klings auch ein akustisches Archiv beigestellt, das ca. 80 Stunden Material aus privaten und öffentlichen Mitschnitten von Auftritten, Lesungen, Gesprächen des Dichters umfaßt. Auch dies ein bisher ungehobener Schatz.
   Ein Beispiel für die Weiterarbeit mit diesem Material ist das Hörspiel vogelherdrecherche (DLF/hr) von Ulrike Janssen, die akustische Auslotung eines der geheimnisvollsten Gedichtzyklen Thomas Klings, vogelherd. mikrobucolica, die eine seltene Aufnahme der Lesung von Thomas Kling verwendet.


THOMAS KLING: DAS BRENNENDE ARCHIV
Ulrike Janssen und Norbert Wehr
im Gespräch mit Barbara Köhler über Texte und O-Töne
aus dem Nachlaß von Thomas Kling
Literaturhaus Bonn, 3. Juli 2012, 20.00 Uhr


KOPENHAGEN GIBT ES, KOPENHAGEN GIBT ES
Ulrike Janssen und Norbert Wehr
im Gespräch mit Sabine Küchler (Deutschlandfunk)
über ein Hörfunkfeature über Hanns Grössel,
den Übersetzer von Inger Christensen und Tomas Tranströmer
Künstlerhaus Edenkoben, 5. Oktober 2012, 19.00 Uhr